Startseite Aufwärts Beerbaum Beiersdorf Blumberg Blumenthal Boernicke Freudenberg Heckelberg Hirschfelde Krummensee Leuenberg Loehme Schoenfeld Seefeld Tiefensee Trampe Weesow Wegendorf Werneuchen Werftpfuhl Wesendahl Willmersdorf

 



Startseite
Aufwärts


Testen Sie ihre Orientierung in Werneuchen.


Regionale Feuerwehren


Nachrichtenarchive

2005

2006

2007

2008


 

Bombeninferno bei Werneuchen

Rosemarie Bender-Rasmuß aus Buckow war 21 Jahre alt und frisch verheiratet. Sie versuchte, mit ihrem Mann und Bruder nach Lübeck zu fliehen und musste dabei nördlich um Berlin herum.

"Am Abend brachen wir auf, um unsere Wanderung fortzusetzen. Es war nun schon die zweite Nacht, in der wir unterwegs waren. Etwas Brot hatten wir noch, also waren wir auf niemanden angewiesen. Wir marschierten etwa 60 Kilometer, da wir, um nicht entdeckt zu werden, Umwege in Kauf nehmen mussten.

Erschöpft legten wir uns in der Morgendämmerung des 20. April in einem kleinen Wäldchen nieder. Wir wussten nicht, wo wir uns genau befanden, denn unsere nähere Umgebung konnten wir im Dämmerlicht nicht erkennen. Nur hinlegen und die Beine ausruhen. Mein Bruder und ich waren diese weiten Märsche nicht gewöhnt.

Es waren vielleicht zwei Stunden vergangen, als wir Flugzeuge über uns hörten. Bomben wurden ausgeklinkt und in der Aufregung glaubten Heiner und ich, sie kämen direkt auf uns zu. Doch Heinz beruhigte uns, die Bomben würden erst viele Meter vor uns einschlagen. Erschrocken mussten wir feststellen, dass wir uns zum Ausruhen direkt am Flugplatz Werneuchen hingelegt hatten.

Die einschlagenden Bomben verursachten auf dem Gelände ein Inferno. Jetzt erst merkten wir, dass auch andere Menschen in dem Wäldchen Zuflucht gesucht hatten. Verwundete schrieen. Mein Mann zog mich weg, denn als Rote-Kreuz-Helferin hätte ich erste Hilfe leisten müssen. Doch jetzt war sich jeder selbst der Nächste. Nach der ersten Angriffswelle versuchten wir schnell aus der Reichweite des Flugplatzes zu kommen, denn die zweite Welle würde mit Sicherheit bald folgen. Aus einiger Entfernung vernahmen wir den zweiten Angriff. Trotz Müdigkeit liefen wir weiter.

Die Flucht nach Lübeck

Unsere Route führte uns nördlich um Berlin herum. Geradewegs durch die Stadt zu laufen, wagten wir nicht. Ich spürte kaum noch meine Beine. Auch mein Bruder, der die neuen Offiziersschuhe über dem Fahrradlenker hängen hatte, machte einen erschöpften Eindruck. Nur Heinz merkte man die Strapazen kaum an, als Soldat hatte er im Laufen Routine.Als wir eine größere Straße benutzen mussten, stießen wir auf einen Flüchtlingstreck. Alte, Kranke, Kinder, die sich, ihre wenigen Habseligkeiten auf Wagen aller Art verstaut, mit reglosen Gesichtern in Richtung Westen bewegten. Ein bemitleidenswerter Menschentross. Wie viele Tage sie wohl schon unterwegs waren?

In der Nacht zum 21. April brachen wir wieder auf. Die Rote Armee sei nur einen Tagesmarsch hinter uns, hieß es. Es dauerte nicht lange und wir hörten Flugzeuge kommen. Besorgt schauten wir in Richtung Wald, wo das Militär lagerte. Mit Schrecken sahen wir, wie sich aus den Flugzeugen Phosphor über den Wald ergoss, der kurze Zeit danach in Flammen stand. Ein grausiges Schauspiel. Trotz der Dämmerung war alles hell erleuchtet. Auch Bomben fielen.

Da mein Bruder und ich den Pfeifton der in unmittelbarer Nähe niedergehenden Bomben nicht kannten, riss Heinz uns beide gleichzeitig zu Boden. Im selben Moment krachte es entsetzlich. Glücklicherweise hatten wir wieder einmal einen Schutzengel bei uns. Gegen Morgen des 24. April erreichten wir das Örtchen Friesack, wo mein Bruder und ich sogleich eine Rote-Kreuz-Station ansteuerten.

Heinz hatte uns zwar gewarnt, man würde uns dort nach unseren Papieren fragen. Aber das war mit in dem Moment völlig egal. Meine Beine waren angeschwollen, ich wollte mich nur noch hinlegen. Heinz kümmerte sich indessen um unser Gepäck und die Fahrräder. Etwas Ruhe würde uns allen gut tun, ehe wir unser eigentliches Ziel, Lübeck, ansteuerten.

Erst jetzt dachte ich an meine Eltern, die in Buckow zurückgeblieben waren. Wir kamen dann mit einem LKW mit. Zwischendurch kamen mehrmals Tiefflieger, aber wir hatten Glück. Am 24. April dann erreichten wir unbeschadet Lübeck."

Aus der Geschichte der Mark Brandenburg und des Barnim


Die ältesten Karten von Werneuchen



ansehen:

Fotoshows aus 100 Jahren Geschichte


download:

lade dir dein werneuchen video auf`s handy


download:

Desktop

hintergründe-


download :

Videos von Ereignissen, Konzerten und Aktuellem


Schönfeld


Beiersdorf


Freudenberg