Werneuchen 41 Einsätze, davon elf zum Teil schwere Brände, Verkehrsunfälle mit insgesamt vier Toten - so lautet die nüchterne Statistik des Jahres 2005 der Freiwilligen Feuerwehr Werneuchen, die am Samstag im Adlersaal ihre Jahreshauptversammlung durchführte. "Wieviel Mühe, Leid und welche gewaltige Aufgabe hinter diesen nackten Zahlen steckt, ist für den Außenstehenden kaum zu erahnen", sagte Ortswehrführer Andreas Bugge. Dennoch: Glück im Unglück gehabt zu haben, davon zeugte unter anderem der Unfall am 12. August 2005 mit einem Schulbus auf der B 158, bei dem der Fahrer immerhin so geistesgegenwärtig reagierte, dass keines der Kinder im Bus verletzt wurde. Die Frage blieb aber, was wohl in ihren Köpfen vorging, während sie die Bergungsmaßnahmen der tödlich verunglückten Frau mit ansehen mussten. Unvergessen wird den Werneuchenern auch einer der größten Brände Brandenburgs bleiben, bei dem insgesamt0 1100 Kameraden gemeinsam mit Mitarbeitern der Firma GEAB das Feuer auf der Bernauer Deponie innerhalb weniger Tage unter Kontrolle brachten. In Not geratenen Personen zu helfen, ist gleichwohl die Aufgabe der Wehr, die sie als eingeschworene Gemeinschaft freiwillig leistet. Dennoch brachte Andreas Bugge ein gewisses Unverständnis zum Ausdruck: "Es gibt kaum einen Dank von den Geretteten für unsere Arbeit, so wie bei anderen Anbietern von Dienstleistungen. Bei unserer Arbeit scheint dies selbstverständlich zu sein." Auch andere Ereignisse des zurückliegenden Jahres ließ Bugge Revue passieren. So die Filmaufnahmen auf dem Flugplatz in Werneuchen, den traditionellen Leistungsvergleich in Haltern/Flaesheim, die Teilnahme am Ausscheid der Freiwilligen Wehren der Stadt Werneuchen, die Fortführung der Feuerwehrchronik und den Internetauftritt der Wehr. Im Herbst 2006 Jahres soll es nun nach Frankreich zur befreundeten Wehr nach Spicheren gehen. "Da müssen wir noch ein bisschen Französisch pauken, Leute", regte Bugge schon mal an. Zahlreiche Feuerwehrleute wurden während der Veranstaltung ausgezeichnet. So wurden die Kameradin Steffi Schröder zur Feuerwehrfrau, der Kamerad Robert Schröter zum Feuerwehrmann befördert. Der Kamerad Knut Haft erhielt seine Ernennung zum Brandmeister und Ronny Rabenow konnte für seine zehnjährigen treuen Dienste geehrt werden. Ein Highlight des Abends war die Auszeichnung des Ortswehrführers selbst. Nachdem er zunächst die herzlichsten Glückwünsche und Geschenke anlässlich seines 43. Geburtstages entgegennahm, überreichte ihm der Stadtbrandmeister von Werneuchen und Vize-Landesbrandmeister Rainer Sachse die mit einem Stern verzierten silbernen Schulterklappen eines Oberbrandmeisters. Andreas Bugge nahm sie sichtlich gerührt entgegen. Diesem teils recht emotionalen "offiziellen" Teil folgten ein Showprogramm und Tanzmusik, und so wurde der restliche Abend dieser sehr gelungenen Veranstaltung fröhlich und tanzend verbracht. |