Goldene Konfirmation in der Kirche St. Michael in Werneuchen

 

 

Die Kirche St. Michael, Werneuchen am Sonntag dem 10.9.2006

Sechzehn Konfirmanden unserer Stadt des Jahrgangs 1956 waren am Sonntag dem 10.9.2006 vom Pfarrer Thomas Brilla, anlässlich ihres 50 -jährigen Jubiläums zur "Goldenen Konfirmation" in die Kirche St. Michaels eingeladen worden. Die derzeitigen Wohnadressen für die Einladungen der Jubilare waren nach langen und intensiven Recherchen in der Gemeinde herausgefunden worden.

Wir gratulieren den Jubilaren:

Harry Kurtz, Erika Behring, Erika Kuntz, Gudrun Süske, Ursula Buhl, Renate Fratz, Siegrid Schnäppe, Karin Haarbach, Ursula Krüger, Monika Witt, Hanelore Raschke, Christa Böhme, Günter Feibig, Dieter Broski, Irma Daher, Dietmar Thürling

Hintergründe, Fakten und Kommentare

Die Konfirmationen des Jahrgangs 1956 wurden in der Regel im Rahmen eines Festgottesdienstes vollzogen, in dem die damals Jugendlichen im Alter von etwa 14 Jahren ihren Glauben durch das öffentliche Sprechen des apostolischen Glaubensbekenntnisses bekräftigen sollten. Damit wurde an ihre Taufe als Kind angeknüpft, bei der zunächst die Eltern und Paten (damals stellvertretend für sie) den Glauben bekannt haben. Eine Konfirmation im religionsmündigen Alter war also nötig, weil sie als Kinder zuvor als Unmündige und in der Regel noch als Säuglinge getauft wurden. Doch ein Glaubensbekenntnis muß nach Ansicht der Kirche auf einer mündigen persönlichen Entscheidung für den christlichen Glauben beruhen. Darum wird das Konfirmationsalter davon bestimmt, dass Jugendliche mit Vollendung des 14.Lebensjahres das Alter ihrer Religionsmündigkeit erreicht haben und nun selbst über ihre Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft entscheiden und bestimmen können.

Doch entsprechend wurde für viele der damaligen Konfirmanden die Feier der vorläufig letzte Kontakt mit ihrer Kirchengemeinde in Werneuchen. Zudem wurde in der DDR die evangelische Konfirmation von staatlicher Seite stark bekämpft und es gelang dort, die Bedeutung der Konfirmationsfeier weitgehend durch die Jugendweihe zu verdrängen. Nach der Wende schien die Konfirmation wieder auf dem Vormarsch, doch inzwischen ist die Jugendweihe wieder populärer.

Grund ist zum einen die Konfessionslosigkeit der Mehrheit der Bevölkerung und auf der anderen Seite sicher auch die Unwilligkeit der evangl. Kirche den Jugendlichen eine modernere Konfirmation als wirkliche Jugendweihe-Alternative anzubieten. Zu sehr ist die evangelische Konfirmation noch der Tradition der Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung des Straßburger Reformators Martin Bucer aus dem Jahre 1539 und der flächendeckenden Konfirmationspraxis des 18. und 19. Jahrhunderts verbunden.

Durch die inzwischen durch Kirchenaustritte fehlende Kirchenzugehörigkeit einiger der Jubilare, verzichtete Pfarrer Brilla auf das traditionelle gemeinsame Abendmahl im Altarraum der Kirche um die Gemeinschaft der Jubilare nicht zu spalten.