| | 6.7.2007, Werneuchen, Feierlich evangelisches Diakoniezentrum eröffnet  | Am Freitag dem 6.7.2007 wurde in Werneuchen feierlich ein evangelisches Diakoniezentrum (im Volksmund Seniorenheim genannt ) mit 72 Plätzen in 60 Einzel- und 6 Doppelzimmern seiner Bestimmung übergeben. Es wurde in nur einjähriger Bauzeit durch die städtische WohnungsBauGesellschaft Werneuchen errichtet. Durch diese Investition sollen auf Dauer über 40 Arbeitsplätze entstehen. Für die Stadt Werneuchen und ihrer BürgerInnen ein starker Gewinn. Auch die Synergieeffekte für dienstleistenden Firmen dürften erheblich sein. Ebenso stärkt ein Seniorenheim den Ruf der Stadt als Erholungsort. Also ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung für die Stadt. Fotos: Märkischer Sonntag | Symbolische Schlüsselübergabe. Stefan Lochner, Geschäftsführer der WBG übergibt ihn an Dr. Johannes Feldmann von den HtA Lobetal. Im Hintergrund dabei, der Architekt Jan Deusch. | Der Bau wurde in nur einjähriger Bauzeit errichtet. Ein Erfolg zu dem auch die Redaktion den BauherrenInnen der WBG, dem Bürgermeister und den politischen und wirtschaftlichen Initiatoren gratuliert. Doch es gibt auch Fragen. Auf den Bau hatten die Abgeordneten der jetzigen Stadtverordnetenversammlung Werneuchen keinen Einfluss. Betreiber sind die Hoffnungstaler Anstalten Lobetal sowie die Stadt Werneuchen und die Evangelische Kirchengemeinde Werneuchen. Obwohl die Wohnungsbaugenossenschaft mbH über 500 stadteigene Wohnungen vermietet, hat sie in den letzten Jahren kaum nennenswerte Gewinne für den Stadthaushalt Werneuchen abgeworfen. Das hielt die WBG mit ihrem Geschäftsführer Herr Lochner nicht ab, den umstrittenen Neubau des Seniorenheimes mit der Aufnahme eines Kredites über 4,5 Millionen Euro zu finanzieren. Dabei müssen die Kosten der Investition bei einer normalen Laufzeit des Kredites, einer Hypothek und der Zinsen wieder erwirtschaftet werden, sonst droht der Stadt Werneuchen ein Debakel. Für die WBG Werneuchen als 100% Tochter der Stadt Werneuchen haftet letztendlich der Steuerzahler. Über das Refinanzierungskonzept hüllt man sich bei der Stadt Werneuchen und der WBG in Schweigen, so als ob dies dem Steuerzahler nichts anginge. Hier wird vergessen, das das WBG und Stadteigentum letztendlich auch den BürgerInnen gehört und dieses über turnusmäßige Wahlen von Abgeordneten und Bürgermeisters treuhänderisch verwalten lässt. Ein Informationsbedürfnis der hiesigen Bevölkerung ist ganz natürlich, die Informationspolitik des Rathauses und der WBG dagegen nicht. |
(Foto: HTA)
Den Standort wählte die WBG auf einem stadteigenen Grundstück im Sanierungsgebiet der Altstadt Werneuchens an der Breite Straße. Hier gilt eigentlich die strenge Sanierungs- und Gestaltungssatzung, die schon im November 1996 im Amtsboten der Stadt Werneuchen veröffentlicht wurde. Dieses Altstadtgebiet reicht von dem Areal des Stadtschlosses über die Breite Straße zur gesamten Altstadtstraße. |  | Doch das hielt die WBG nicht ab, auf dem Gelände des historischen Bauernhofes an der Breite Straße ein mit Natursteinmauern gebautes hist. Gebäude und am 31.7.2006 einen Teil der Stadtmauer abzureißen, um hier den zukünftigen modernen Industriebetonbau zu errichten. Dazu Bürgermeister Horn: Das Evangelische Diakoniezentrum sei kein Haus auf der grünen Wiese, sondern nun eingebettet mitten in das städtische Leben zwischen Kirche, Rathaus, Sparkasse und Einkaufseinrichtungen. |
Durch die Schießschartenfenster, das überstehende Straßenschaufenster und das schwarze Betondach des an der Straße befindlichen Gebäudes, haben die StadtbürgerInnen den Bau schon längst zum hässlichsten Neubau in der Altstadt gekürt. Dies ergab eine kleinere nicht repräsentative Umfrage der Redaktion. 100% der Befragten von jung bis alt (zwischen 25 und 82 Jahren), finden den Bau an der Breite Straße hässlich und überhaupt nicht Altstadtgerecht.
Der Industriebau des Architekten Jan Deusch, von der MDK Gruppe fügt sich tatsächlich gestalterisch nicht in Altstadt Werneuchens ein. Als Mitglied der "Gruppe MDK Architekten" war er zwar seit 1993 schon an der Planung mehrerer modernen Alten-, Pflege- und Seniorenheime beteiligt, doch fehlten hier möglicherweise die Erfahrungen zur Integration eines Neubaus in eine historische Altstadt? Eine andere Version: Niemand hat dem Architekten vorher die Gestaltungssatzung der Altstadt Werneuchen in die Hand gedrückt? Da hätte es drin gestanden: Stehende Fenster, rotes Dach und eine altstadtgerecht Farbgebung. |
aus dem Archiv: 21.6.2006, Startschuß für Altersheim am 21. 6.2006. 31.7.2006, Abriss der alten Stadtmauer in der Altstadt Werneuchen Bericht im Amtsblatt für die Stadt Werneuchen vom 26.6.2006
Fotos: Märkische Oderzeitung |