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| Die Geschäftsführung der Stadtwerke hielt es seit den Überflutungen vor sieben Wochen nicht für nötig die Betroffenen einmal vor Ort zu besuchen. Eine Verantwortung für das wiederholt überlaufende Kanalisationsnetz und auf Störung gehende Pumpwerke lehnt die Geschäftsführung bisher strikt ab. Der Chef der Stadtwerke Müller dazu: "bei dem Regen am 2. Juni handelte es sich um ein Jahrhundertereignis". Natürlich ist das nicht so wörtlich zu nehmen, denn so hätten wir nach dem gestrigen Regen nunmehr schon die nächsten 199 Jahre Ruhe. | Dabei fielen in den heutigen sonntäglichen Morgenstunden zwischen 4.00 Uhr und 9.00 nur etwa 45 Liter/qm Regen. Kein Schlagregen, so wie Frühaufsteher aus der Bahnhofstraße und der Altstadt berichten. Einer der Regen wo man sprichwörtlich sagt: "Es regnet in Strippen". Trotzdem gingen mehrere Pumpstationen auf Störung. Kanalisationsschächte liefen über, Fäkalien liefen in angrenzende "Gullies" und vermischten sich dort mit Regenwasser (Foto). |  |
 | 11.30 Uhr: Über die Leitungen gelangte nun ein großer Teil des verseuchten Mischwassers in den jetzt grauen und stinkenden Paddenpfuhl des Stadtparks. Von Weesower Einwohnern eingeschickte und im Labor untersuchte Proben des Mischwassers vom 2.6.2007 ergaben eine gefährliche polybakterielle Kontaminierung. Fische hätten demnach im Pfuhl wohl jetzt keine Überlebenschance mehr. |
 | 12:30 Uhr: Die Pumstation am Paddenpfuhl signalisierte schon um 8.00 Uhr morgens eine Störung. Jetzt nach 4,5 Stunden, treffen die ersten Mitarbeiter der Stadtwerke ein, um die Anlage zu kontrollieren. Auf dem Programm stehen noch weitere acht, Störung signalisierende Pumpstationen. | | Eigentlich soll die Pumpstation bei Störung automatisch über ein Handyfunksystem per SMS signalisieren. Dies soll aber angeblich schon seit langer Zeit nicht mehr funktionieren. |
| Doch auch andere Stadtwerker sind dieser Ansicht. Ergänzend meint Stadtwerker Bugge "möglicherweise sind auch überflutete Kanalisationsschächte Grund für das Problem". Eine andere Stimme meint gehört zu haben: "die Auffangbecken des Stadtwerkes wären zu klein dimensioniert und am Rande ihrer Kapazität". Stadtwerker Büttner meint spontan: evtl. können auch tiefgelegenen offene Kanalisationsschächte am Postamt mit Schuld an den Überschwemmungen sein, weil diese durch die überschwemmte Straße vollaufen". | | Doch das Problem ist weitaus komplexer, denn die gleiche Problematik tritt nicht nur in Werneuchen, sondern auch im 3 Kilometer entfernten Weesow auf. Zudem ist geplant auch noch Willmersdorf an das vorhandene und überlaufende Kanalisationsnetz in Werneuchen anzuschließen. Vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse wohl auch keine erfreuliche Nachricht für die "Willmersdorfer". |  |
 Nach den letzten Überflutungen eines Hofes in Weesow mit Fäkalien, haben Stadtwerker die Kanalisationsschächte entlang der Dorfstrasse in Weesow mit Folien abgedichtet (siehe Foto). Ohne Erfolg: wieder überschwemmte Fäkalienwasser in breiten Bächen das Grundstück der Dorfstraße 24 in Weesow. Die Stadtwerke sprachen vor sieben Wochen über den Regen ebenfalls von einem seltenen Jahrhundertereignis. Die betroffenen Weesower Bürger aus der Dorfstraße konnten aber einen starken Regen ebenfalls nicht als Jahrhundertereignis nachempfinden und haben sich darauf persönlich in einem Brief hilfesuchend an den Bürgermeister Burkhard Horn gewandt. |
Den Störchen ist es egal. Sie freuen sich auf dem Koppelgeländer des Reiterhofes Qualitz in Weesow über den Regen und die entstandenen unverseuchten Feuchtflächen. Denn eigentlich ist das Kanalisations- und Regenwassernetz vorschriftsmäßig strikt getrennt. Regenwasser darf nicht mit Abwasser verunreinigt werden und wird in Stienitz und Paddenpfuhl abgeleitet. Nicht zuletzt der Tier- und Pflanzenwelt zuliebe. Abwasser läuft über Pumpen zum Klärwerk. Unstreitig festgestellt ist nun, daß bei starken Regenfällen große Mengen Regenwasser in das Kanalisationsnetz eindringen. Bei starken Regenfällen ab 40 Liter/qm/Stunde schaffen sogar die Pumpen, Leitungen oder Auffangbecken der Stadtwerke es nicht mehr, die anfallenden Mengen aufzunehmen. Die Frage ist also wo bzw. auf welchem Wege Regenwasser eindringen kann. Eine Erforschung der Ursache ist nicht nur im Interesse der durch Keller- und Hofüberflutungen geschädigten Bürger sondern der gesamten beitragszahlenden Bürgerschaft. Denn der Eigenbetrieb der Stadtwerke wird über die Beiträge der BürgerInnen (Hauseigentümer, Mieter ...) finanziert. Jeder Kubikmeter in das Kanalisationsnetz eingedrungene Regenwasser kostet genau genommen den BürgerInnen bares Geld. | Deshalb erheben sich bei einzelnen Bürgern mittlerweile Fragen. Behauptungen und Spekulationen kursieren in der Gemeinde. U.a. soll seit vielen Jahren der Geschäftsführung des Klärwerkes bekannt sein: daß seit Jahren bei Regenfällen ein stark erhöhtes Abwasseraufkommen im Klärwerk selbst registriert wird. Die dadurch entstehenden Mehrkosten des Klärwerkbetriebes sollen bisher verschwiegen und auf die Bewohner von Werneuchen und den angeschlossenen Gemeinden umgelegt worden sein. Die Kläranlage soll 2002/2003 auch auf eine Kapazität von 15.000 Einwohnern ausgebaut worden. Damit viel zu groß und zu teuer. (Ein Problem das viele Gemeinden in Ostdeutschland tatsächlich haben, weil sie sich nach der Wende von dubiosen Planern und Stadtentwicklern beraten ließen, die lediglich Geschäfte machen wollten. Anmerkung d. Redaktion). Andere Stimmen behaupten die Wohnhäuser entlang der Poststraße oder die Plattenbauten am Bahnhof würden sich noch mit ihren Regenrinnen in die Kanalisation entwässern. Link zur Webseite der Stadtwerke Werneuchen GmbH http://www.stadtwerke-werneuchen.de/index.html  |
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