10.11.2005, Baumfällung auf dem Kirchhof

 

 

Eigentlich ist es Sonnabend. Eher einer der ruhigen Wochentage unseres kleinen Städtchens. Wäre da nicht dieser kreischende dauerhafte Ton einer hochtourigen Kettensäge, der noch bis Amselhain zu hören ist. Für den sich wundernden Bürger gibt es aber noch etwas, das anders ist an diesem Sonnabend. Eine der noch im Oktober in voller Pracht stehenden Lindenbäume (siehe Archivfoto vom  27.10.2005) wurde gefällt. Obwohl unter Naturschutz stehend und bis zu 300 Jahre alt. Neben der Kirche möglicherweise das älteste erhaltene Objekt im Umkreis. Um 1700 gepflanzt, nachdem die Gegend um die Kirche nach dem Stadtbrand von 1637 wieder aufgebaut war.

Ein Bauarbeiter Mitte Dreißig im jungen Alter macht sich am Stamm zu schaffen. Er hat vom Chef den Auftrag- seine Antwort, richtig ,ihm geht’s nichts an. Er mache nur seine Arbeit.

Es ist nun Sonntag -der Tag danach-10.00 Uhr. Die Reste der Linde liegen verstreut. Ein Spaziergänger kommt vorbei, ist beeindruckt von dem mächtigen Stamm, der nun entastet auf der Erde liegt und schüttelt den Kopf. Doch dann sagt er: Der war ja auch hohl. Nun kann man ja wohl sagen: der  Baum hatte im Laufe seines langen Lebens seine Schuldigkeit getan, danken wir es ihm und pflanzen wir bei bester Gelegenheit   einen jungen  Baum!