Der aus Bundesmitteln finanzierte
Straßenausbau der B 158 brachte letztes Jahr frischen Wind in das kleine
Leuenberg. Eine neue Straße und Bürgerwege verleihen dem Ort seitdem
straßenseitig
ein hübsches und gepflegtes Aussehen. Doch seitdem Anfang 2008, die
sich ewig hinziehenden Bauarbeiten an der B158 aufhörten, tut sich in
Leuenberg nichts mehr. Dabei
hätte Leuenberg nach Meinung
einiger Einwohner nun echte Möglichkeiten. Der Ort liegt direkt an der
B158. Zur neuen Straße, dem Bürgersteig kommt eine mittelalterliche
Feldsteinkirche, die erhaltene Kirchenmauer aus Feldsteinen und hübsche
Häuser in einem durchdacht angelegten Angerensemble.
Diese Ortsanlage
bietet eigentlich ideale Bedingungen für Tourismus, Fremdenzimmer,
Pension, Gastwirtschaft und Wohnqualität.
Einige private Investitionen von Einwohnern, demonstrieren dabei im Ort bereits
deutlich, dass es sich
lohnt das Alte zu bewahren,
zu pflegen und wiederherzustellen. Doch dies bleiben Ausnahmen, denn nach
Meinung einiger Einwohner "fehlen der Ortsverwaltung und dem
Kirchenbetreiber jegliche gemeinsame Konzepte, wie es im Ort an sich weitergehen
soll". Ein älterer Einwohner geht noch weiter. "Was früher dem Ort zur Entwicklung verhalf, wird heute
systematisch kaputt gemacht".
Foto: Bauarbeiten an der B158, September 2007
Ein
Beispiel sei die mittelalterliche Kirche von Leuenberg. Das Wahrzeichen
und größte Sehenswürdigkeit des Ortes. Das Gebäude war früher der
"kulturelle und gesellschaftliche Treffpunkt des Ortes. Ein belebter
Platz wenn die Einwohnerschaft des Ortes zusammen kam". Am früher
parkähnlich gestalteten Dorfteich waren die Gastwirtschaften ein touristisches
Muß am gut besuchten Gamensee. Um das Kirchengebäude überhaupt zu
erhalten und vielleicht zu sanieren, sind zuerst kommerzielle Nutzungsmöglichkeiten
zu schaffen. Das Gebäude muss u.a. für den Tourismus, feierliche Anlässe
und jede Art gesellschaftlicher Festlichkeiten und kulturelle Events zur Verfügung stehen.
Anders können neben finanzieller Mittel für den Betrieb und Erhalt, das
Gebäude nicht wieder in den Besitz der Dorfgemeinschaft gebracht werden.
In der Kirchenführung und der Pfarrerei hat man das Gebäude schon längst
fallengelassen und die Tore sind verschlossen, das Gebäude
bleibt völlig ungenutzt. Kein Wunder denn die Verwaltung und Ortsbehörden betreiben
um das Gebäude herum völlig unzeitgemäß immer noch einen Friedhof, der jegliche
kommerzielle Nutzung des Gebäudes zunichte macht. Mittlerweile liegt der
Friedhof auch nicht mehr an einer von Pferdefuhrwerken befahrenen
Dorfstraße, sondern an einer der meist frequentiertenn Bundesstraßen
unseres Kreises. Kein Anlass für die Leuenberger Verwaltung über einen
angemessenen Ort des Gedenkens nachzudenken.
Aber nicht nur das, obwohl es viel
freien Platz um die Kirche gegeben hätte, begrub man noch völlig sinnlos noch
direkt vor dem Haupteingang des Turmes mehrere Verstorbene so dicht an der Eingangstür, dass man sich
mittlerweile nur noch seitlich an den
Gräbern zum Haupteingang vorbei schlingern muss. Eine Menschengruppe hat
nun keinen Platz mehr vor dem Haupteingang, weil in Leuenberg jeder
macht was er will. Ein Einwohner:" Noch nie in der Geschichte von
Leuenberg, wäre jemals jemand auf die Idee gekommen hier direkt vor der
Haupteingangstür Verstorbene zu beerdigen".
"Wer in Leuenberg in die
Kirche will, muss erst einmal über Gräber stolpern."
Jetzt bleibt die stolze Kirche wohl
weiter ungenutzt und verkommt zur Totenkapelle. Musikabende, Konzerte, kommerzielle Veranstaltungen
oder Dorffestlichkeiten, wird es nun mit den Gräbern
rundherum und direkt vor der Eingangstür nicht mehr geben. Keine
Kunstinstallationen, Ausstellungen oder Dorffeste. Das Dorfzentrum von
Leuenberg ist wieder ein stiller Ort der Trauernden geworden. "Lebendige
Menschen"
findet man jetzt im Zentrum des Ortes nur noch, dank Friedhofsverwaltung und gleichgültiger Pfarrerei
nur noch mit Gießkanne zur Grabespflege.
Besonders traurig sieht auch der Teich
aus. Gepflegt wird er schon Jahrzehnte nicht mehr. Heute ist er
versandet, versumpft und mit Schilf zugewachsen. Die Bäume sind
verschwunden und Wildwuchs bestimmt das Ufer.
Früher war der Teich mit jungen Bäumen umgeben und lud
zum spazieren und verweilen ein.
September 2007
Der Dorfteich mit seinem gepflegten Ufer um 1910. Junge
Bäume säumten den Uferweg und lockten zahlreiche Touristen, Wanderer und
Badegäste in den Ort. Im Bild links eine der ehemaligen Gastwirtschaften
von Leuenberg.
Aus der
Geschichte der Mark Brandenburg und des Barnim