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3.11.2008, Leuenberg - Ort ohne Zukunft?


Der aus Bundesmitteln finanzierte Straßenausbau der B 158 brachte letztes Jahr frischen Wind in das kleine Leuenberg. Eine neue Straße und Bürgerwege verleihen dem Ort seitdem straßenseitig ein hübsches und gepflegtes Aussehen. Doch seitdem Anfang 2008, die sich ewig hinziehenden Bauarbeiten an der B158 aufhörten, tut sich in Leuenberg nichts mehr. Dabei hätte Leuenberg nach Meinung einiger Einwohner nun echte Möglichkeiten. Der Ort liegt direkt an der B158. Zur neuen Straße, dem Bürgersteig kommt eine mittelalterliche Feldsteinkirche, die erhaltene Kirchenmauer aus Feldsteinen und hübsche Häuser in einem durchdacht angelegten Angerensemble.

Diese Ortsanlage bietet eigentlich ideale Bedingungen für Tourismus, Fremdenzimmer, Pension, Gastwirtschaft und Wohnqualität. Einige private Investitionen von Einwohnern, demonstrieren dabei im Ort bereits deutlich, dass es sich lohnt das Alte zu bewahren, zu pflegen und wiederherzustellen. Doch dies bleiben Ausnahmen, denn nach Meinung einiger Einwohner "fehlen der Ortsverwaltung und dem Kirchenbetreiber jegliche gemeinsame Konzepte, wie es im Ort an sich weitergehen soll". Ein älterer Einwohner geht noch weiter. "Was früher dem Ort zur Entwicklung verhalf, wird heute systematisch kaputt gemacht".

Foto: Bauarbeiten an der B158, September 2007


Ein Beispiel sei die mittelalterliche Kirche von Leuenberg. Das Wahrzeichen und größte Sehenswürdigkeit des Ortes. Das Gebäude war früher der "kulturelle und gesellschaftliche Treffpunkt des Ortes. Ein belebter Platz wenn die Einwohnerschaft des Ortes zusammen kam". Am früher parkähnlich gestalteten Dorfteich waren die Gastwirtschaften ein touristisches Muß am gut besuchten Gamensee. Um das Kirchengebäude überhaupt zu erhalten und vielleicht zu sanieren, sind zuerst kommerzielle Nutzungsmöglichkeiten zu schaffen. Das Gebäude muss u.a. für den Tourismus, feierliche Anlässe und jede Art gesellschaftlicher Festlichkeiten und kulturelle Events zur Verfügung stehen. Anders können neben finanzieller Mittel für den Betrieb und Erhalt, das Gebäude nicht wieder in den Besitz der Dorfgemeinschaft gebracht werden. In der Kirchenführung und der Pfarrerei hat man das Gebäude schon längst fallengelassen und die Tore sind verschlossen, das Gebäude bleibt völlig ungenutzt. Kein Wunder denn die Verwaltung und Ortsbehörden betreiben um das Gebäude herum völlig unzeitgemäß immer noch einen Friedhof, der jegliche kommerzielle Nutzung des Gebäudes zunichte macht. Mittlerweile liegt der Friedhof auch nicht mehr an einer von Pferdefuhrwerken befahrenen Dorfstraße, sondern an einer der meist frequentiertenn Bundesstraßen unseres Kreises. Kein Anlass für die Leuenberger Verwaltung über einen angemessenen Ort des Gedenkens nachzudenken.

Aber nicht nur das, obwohl es viel freien Platz um die Kirche gegeben hätte, begrub man noch völlig sinnlos noch direkt vor dem Haupteingang des Turmes mehrere Verstorbene so dicht an der Eingangstür, dass man sich mittlerweile nur noch seitlich an den Gräbern zum Haupteingang vorbei schlingern muss. Eine Menschengruppe hat nun keinen Platz mehr vor dem Haupteingang, weil in Leuenberg jeder macht was er will. Ein Einwohner:" Noch nie in der Geschichte von Leuenberg, wäre jemals jemand auf die Idee gekommen hier direkt vor der Haupteingangstür Verstorbene zu beerdigen".

"Wer in Leuenberg in die Kirche will, muss erst einmal über Gräber stolpern."

Jetzt bleibt die stolze Kirche wohl weiter ungenutzt und verkommt zur Totenkapelle.  Musikabende, Konzerte, kommerzielle Veranstaltungen oder Dorffestlichkeiten, wird es nun mit den Gräbern rundherum und direkt vor der Eingangstür nicht mehr geben. Keine Kunstinstallationen, Ausstellungen oder Dorffeste. Das Dorfzentrum von Leuenberg ist wieder ein stiller Ort der Trauernden geworden. "Lebendige Menschen" findet man jetzt im Zentrum des Ortes nur noch, dank Friedhofsverwaltung und gleichgültiger Pfarrerei nur noch mit Gießkanne zur Grabespflege.


Besonders traurig sieht auch der Teich aus. Gepflegt wird er schon Jahrzehnte nicht mehr. Heute ist er versandet, versumpft und mit Schilf zugewachsen. Die Bäume sind verschwunden und Wildwuchs bestimmt das Ufer.

Früher war der Teich mit jungen Bäumen umgeben und lud zum spazieren und verweilen ein.

September 2007

Der Dorfteich mit seinem gepflegten Ufer um 1910. Junge Bäume säumten den Uferweg und lockten zahlreiche Touristen, Wanderer und Badegäste in den Ort. Im Bild links eine der ehemaligen Gastwirtschaften von Leuenberg.

Aus der Geschichte der Mark Brandenburg und des Barnim


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