Trampe

6 km südlich von Eberswalde liegt der Ort “Trampe”. Unmittelbar am Ortskern westlich des Straßendorfes, liegt ein etwa 25 ha großes parkähnliches Areal. Dieser Park gehörte zur ehemaligen Gutsanlage, die aus Gutshaus, Gutshof und Gutspark bestehend zusammen eine Einheit bildete.

Die Gutswirtschaft gehörte von 1412 bis 1771 der Familie von Sparr, dann Friedrich Wilhelm von Wartenberg

 (Rittergutes Trampe) und von 1802 bis zur Enteignung im Zuge der Bodenreform der sowjetischen Besatzer die Familie von der Schulenburg.

Unter Friedrich Wilhelm von Wartenberg erfolgten 1773 weitreichende Umbauten des Gutshauses im barocken Stil, die fast einem Neubau gleichkamen. Nach dem 2. Weltkrieg verfiel das Gebäude.

Die Burg Breydin

Die Burg Breydin (Breden) wurde 1308 in den schriftlichen Urkunden erstmalig als Hof erwähnt. Zu dieser bäuerlichen Ansicdlung gehörten 16 Hufe Wirtschaftsland. Im Landbuch Karls IV. wird der Ort Breydin 1375 in der Liste der Burgen geführt. Der Name bedeutet, nach Aussage des Brandenburger Namenbuches: „Ort an einem Übergang" (Furt) oder „Übergang an einem Fluss".

breyde war auch ein Begriff für Kornfelder und Wiesen, so konnte man auch sagen "breyde wese" oder "uff die breyde weyden". Im Mittelalter führten außerdem viele Personen "Breyde" als Vor- oder Zunamen. Es gab auch eine Familie "von Breyde".

Die Örtlichkeit, an der die Burg errichtet wurde, ist in der Namensgebung wiederzufinden. Bei archäologischen Ausgrabungen auf dem Burggelände wurden Funde gemacht, die in das 13. oder 14. Jahrhundert datiert werden können. Der Baukörper war aus in Kalk gesetzten Feldsteinen und in Fachwerk errichtet worden. Um detaillierte Informationen über den ehemaligen Grundriss der Anlage zu erhalten, wurden vor Jahren geophysikalische Untersuchungen durchgeführt. Der nach den Befunden erkannte Grundriss der Anlage ist von Burgen dieser Zeitstellung durchaus bekannt. Ereignisse wie Belagerungen und Eroberungen sind aus der Burggeschichte nicht überliefert. Die bekannten Besitzer waren die Kleinadligen Hermann von Wulkow, dessen Sohn Hermann und ab 1412 die von Sparr.

Letztmalig wurde 1527 Breydin als zwischen Trampe und Eberswalde gelegen genannt( Curschmann 479). Die Grundform ist dreieckig. Auf der Südseite war eine Doppelmauer, die einen Zwinger im Eingangsbereich vermuten lässt. Der südliche Burggraben befindet sich heute unter dem Pflaster der Straße.

1373 de castris in Ukera, Breten est castrum sine opydo et sine villa iacens in magna merica, 1527 Breyde, 1527 letzte Nennung von Breyde zwischen Eberswalde und Trampe 1315: in magna merica Werbelin habent vsum liberum ... pastum... porcorum, que dicitur mast (Riedel A XII: 208)

1308, 1311 und 1318 beurkundet uns Markgraf in der curia den Ort “Breden” (Krabbo 2088, 2220),

1328 geloben der Bf von Brandenburg, Graf von Lindow und andere, darunter auch der Adlige Hermann von Wulkow ebenfalls den Ort.

Georg Friedrich von Tempelhoff

Georg Friedrich Ludwig Tempelhoff wurde am 19. März 1737 auf dem Gut in Trampe geboren.

Als Sohn einer preußischen Beamtenfamilie stammten seine Eltern ursprünglich aus Mühlenbeck bei Bernau (Mark Brandenburg). Sein Vater war der königlich preußische Amtsrats Georg Samuel Tempelhoff (1711-1775), der Pächter der Güter Trampe und Kossenblatt bei Beeskow (heute Ortsteil von Tauche, Landkreis Oder-Spree, Brandenburg), später von Gut Rampitz (heute Ortsteil von Cybinka) im Bezirk Frankfurt (Oder).Dessen erste Ehefrau und Mutter von Georg Friedrich war die Pastorentochter Marie Margarethe Thieme (1717-1751).

Tempelhoff trat als Absolvent der Universitäten Frankfurt (Oder) und Halle (Saale) im Jahre 1756 mit 19 Jahren in die preußische Armee des König Friedrichs II. ein, nahm als einfacher Artillerist an den bedeutenden Schlachten des Siebenjährigen Krieges teil, wurde 1759 mit 22 Jahren Offizier und begann unmittelbar nach dem Krieg mit militärhistorischen, mathematischen und astronomischen Studien. Im Jahre 1775 vollendete er sein erstes Buch über die Taktik der Artillerie, das zur Zufriedenheit König Friedrichs II. ausfiel, aber sogleich aus Gründen der militärischen Geheimhaltung nicht publiziert werden durfte. Georg Friedrich konnte aber Mathematik und Ballistik für die Offiziere der Berliner Garnison lehren, erreichte durch seine Teilnahme am Feldzug von 1778/1779 den Rang eines Kapitäns.

Nach der Rückkehr in die Hauptstadt Berlin hielt von Tempelhoff vor den Offizieren der Residenz Vorlesungen über Festungslehre. In Berlin heiratete Tempelhoff am 10. Juni 1780 Louisa Friederike Charlotte Grunow (* 16. Januar 1759 in Königsberg, Neumark; † 9. Juli 1820 in Berlin). Sie war die Tochter des Bürgermeisters und Kreiseinnehmers zu Königsberg Christian Gottlieb Grunow und der Charlotte Louisa Ringmuth.

´Nach der Heirat arbeitete er an seinem zweitem Buch aus dem Jahre 1781, „Le Bombardier Prussien“ welches ebenfalls militärische Verschlusssache blieb. König Friedrich II. erhob ihn aber am 20. März 1784 in den erblichen preussischen Adelsstand. Die Aufnahme in die Akademie der Wissenschaften blieb ihm aber verweigert.

Unter Friedrich Wilhelm II. erhielt Tempelhoff ein Artillerieregiment, den Generalsrang und nun auch endlich die ersehnte Aufnahme in beide preußische Akademien zu Berlin, die der Wissenschaften und die der Künste. Zugleich beauftragte ihn der König 1787 mit der Ausbildung des Kronprinzen Friedrich Wilhelm (1770-1840) und seines Bruders Ludwig (1773-1796) in den mathematischen und militärischen Wissenschaften. Im Jahre 1791 wurde von Tempelhoff zum Direktor der neu errichteten Artillerieakademie in Berlin ernannt, widmete den Großteil seiner Zeit der militärwissenschaftlichen Forschung und veröffentlichte zwischen 1783 und 1802 sein Hauptwerk, die „Geschichte des Siebenjährigen Krieges“ in 6 Bänden. Am Feldzug gegen Frankreich 1792-1794 nahm er als Chef eines Artillerieregiments teil, musste wegen offener Auseinandersetzungen mit Vorgesetzten auf Weisung des Königs Friedrich Wilhelm II. das Kommando abgeben, wurde aber später durch König Friedrich Wilhelm III. rehabilitiert. Im Jahre 1802 wurde er zum Generalleutnant befördert und mit dem Roten und Schwarzen Adler Orden ausgezeichnet. Eines der historischen Verdienste von Tempelhoffs war die Bemühung um die Aufnahme Scharnhorsts in die Reihen der preußischen Armee und dessen Unterstützung als sein Regimentschef in den Jahren ab 1801.

Der König vertraute ihm auch die Ausbildung seiner Brüder, der Prinzen Heinrich (1781-1846) und Wilhelm (1783-1851), in Fortifikation und Artilleriewesen an.

Er starb am † 13. Juli 1807 in Berlin.